Tag 5 der ETT 2026: Starke Botschaften, Aufklärungsarbeit und gelebte Teilhabe in Koblenz
Mit rund 70 Kilometern stand heute eine sportlich etwas kürzere Etappe auf dem Programm – doch inhaltlich war dieser Tag umso praller gefüllt. Der fünfte Tag der Euro-Tandem-Tour stand ganz im Zeichen der Aufklärung, der Vernetzung und der Würdigung derer, die den Grundstein für all das gelegt haben.
Ein lehrreicher Morgen bei der PRO RETINA in Bonn
Unser Tag startete in dem Landesmuseum Bonn, das uns mit einem wunderbaren Ambiente empfing. Dort besuchten wir eine Veranstaltung der PRO RETINA, bei der zwei extrem spannende Vorträge auf uns warteten:
Kinder als Botschafter für Barrierefreiheit: Im ersten Vortrag ging es um pädagogische Aufklärungsarbeit in Kindergärten und Schulen. Das Ziel: Kindern das Blindenleitsystem (die geriffelten Bodenindikatoren) spielerisch zu erklären. Sie sollen lernen, wofür diese Systeme da sind und dass man sie nicht vollstellen darf. Dafür engagieren sich tolle Ehrenamtliche, die extra „Aktionskoffer“ mit Materialien zusammengestellt haben, die an Schulen verliehen werden. Die großartige Hoffnung dahinter: Kinder lernen schnell und verteidigen ihr neues Wissen vehement – und weisen Erwachsene sofort kritisch darauf hin, wenn diese mal wieder achtlos das Leitsystem blockieren!
Beratung, die stärkt: Der zweite Vortrag widmete sich der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB). Hier ging es darum, wie sich Menschen mit Beeinträchtigungen besser und unabhängiger über ihre Rechte sowie über finanzielle Unterstützungen, die ihnen zustehen, informieren können. Ein enorm wichtiges Angebot für mehr Selbstbestimmung.
Viel Aufmerksamkeit auf dem Weg nach Koblenz
Nach diesem informativen Start radelten wir aus Bonn hinaus. In Andernach legten wir eine kurze Pause ein. Da das Wetter schön war und viele Menschen unterwegs waren, zog unser großes Tandem-Peloton einmal mehr jede Menge positive Aufmerksamkeit und neugierige Blicke auf sich. Genau dafür fahren wir!
Netzwerk Teilhabe auf dem Kapuzinerplatz
Am Zielort in Koblenz erwartete uns ein toller Empfang. Frau Kasten und Frau Koch, die Gründerinnen des „Netzwerks Teilhabe“, hatten auf dem Kapuzinerplatz richtig viel auf die Beine gestellt. Verschiedene Gruppen präsentierten sich dort mit eigenen Ständen, um auf ihre Anliegen und die Bedeutung von gesellschaftlicher Teilhabe aufmerksam zu machen. Ein wunderbares, lebendiges Event!
Auch Dominic Holschbach vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband Rheinland-Pflalz hatte gespannt auf die Ankunft der ETT 2026 in Koblenz gewartet. Auch in seinem Verband möchte man mehr junge Menschen auf das tandem bringen. Prima! Vielleicht haben wir dann 2028 schon ein paar radbegeisterte Pfälzer mit dabei. Wir würden es uns wünschen!
Ein Dankeschön an Horst Schwerger
Zum Schluss gab es dann noch einen richtig schönen Moment. Stefan – der ja nicht nur bei uns fleißig mitstrampelt, sondern auch im PRO RETINA Vorstand ist – hat ein paar super passende Worte gefunden, um an Horst Schwerger zu erinnern. Stefan hat noch mal klar gemacht, was Horst damals mit den allerersten Touren für die Forschung losgetreten hat. Dass wir heute überhaupt alle zusammen auf dem Tandem sitzen und so eine Tour fahren können, liegt zu einem riesigen Teil an seinem Einsatz. Danke, Horst!