Tag 6 der ETT 2026: „Leckere Inklusion“, Traumstrecken im Lahntal und Geschichte zum Anfassen
Nach unserem Start in Koblenz führte uns die sechste Etappe zunächst nach Nassau. Dort wartete ein absolutes Highlight auf uns: Wir waren bei Puravita zu Gast, einer tollen Einrichtung, die Menschen mit mentalen Beeinträchtigungen unterstützt.
„Wir machen leckere Inklusion, ihr bewegte“
Das Konzept von puraVita – einer Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen – ist so einfach wie genial: Jeden Donnerstag bekochen die Klienten der Einrichtung Gäste von außerhalb. Anlässlich der Euro-Tandem-Tour wurde dieser Kocheinsatz jedoch ausnahmsweise auf einen Freitag verlegt!
Bei strahlendem Sonnenschein wurden alle Teilnehmenden fantastisch bewirtet. Verwöhnt wurden wir mit einer deftigen Kartoffelsuppe vorweg und im Anschluss mit leckeren Nudelgerichten, wahlweise mit vegetarischer oder Fleischsoße.
Es war eine unheimlich schöne Begegnung. Martin Böllinger stellte uns die Einrichtung ausführlich vor und brachte es schließlich mit einem Satz perfekt auf den Punkt: „Wir machen leckere Inklusion, ihr macht bewegte Inklusion – das passt also optimal zusammen!“ Zudem freuten wir uns sehr über die Anwesenheit von Bürgermeister Manuel Liguori, der die Gelegenheit nutzte, uns die Stadt Nassau etwas näherzubringen.
Ein Sprung in den See und Power-Radeln im Lahntal
Auf unserem weiteren Weg machten wir Halt am Herthasee in Holzappel. Dort gab es gleich zwei Erfrischungen: Ein paar von uns sind kurzerhand direkt in den See gesprungen, und Bürgermeister Nolger, der uns dort traf, zückte spontan 50 Euro aus der eigenen Tasche und spendete sie für unser Projekt. Ein riesiges Dankeschön dafür!
Wieder auf dem Sattel erwartete uns eine echte Traumstrecke. Das Lahntal ist landschaftlich schlichtweg wunderschön und das Fahren hat heute extrem viel Spaß gemacht. Das Profil mit seinen konstanten, sanften Steigungen und anschließenden Abfahrten sorgte für einen großartigen Rhythmus, bei dem wir richtig mit Power durchradeln konnten.
„Halt die Klappe!“ – Eine unvergessliche Tastführung im Limburger Dom
In Limburg angekommen, wurden wir herzlich von Frau Ferh begrüßt, bevor ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Programm stand: eine Tastführung im Limburger Dom. Schwester Waltraut hat uns erst spannend von der Geschichte des Doms erzählt und uns das Gebäude dann regelrecht „fühlen“ lassen. Wir durften unter anderem das Grab von Konrad, dem Stifter der Kirche, ertasten.
Richtig spannend wurde es im Chorraum, wo früher die Stiftsherren saßen. Wir konnten die alten Chorstühle abtasten und haben dabei eine herrliche Geschichte gelernt: Die Stühle haben hochklappbare Sitze, auf deren Kante man sich beim langen Stehen abstützen konnte. Wenn einem diese Sitzfläche allerdings aus Versehen entglitt, schnallte sie nach oben und verursachte einen furchtbar lauten Knall in der ruhigen Kirche. Genau daraus entstand die heutige Redewendung: „Halt die Klappe!“
Zum Abschluss durften wir noch das Taufbecken mit all seinen faszinierenden, kleinen Figuren – wie Katzen, Hunden und Häschen – abtasten. Schwester Waltraut hat diese Führung wirklich fantastisch und greifbar gemacht.
Ein rundum gelungener Tag voller Genuss, toller Strecken und Geschichte zum Anfassen!